MONATSGEDANKE Oktober 2026

Braun -
ist eine schöne Farbe.
Diese Farbe steht für Bodenständigkeit, Stabilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Geborgenheit sowie Natürlichkeit.
Im goldenen Herbst können die wundervollen Brauntöne in der Natur besonders wahrgenommen werden. Ich fühle mich in ihr wohl –
Diese Farbe steht für Bodenständigkeit, Stabilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Geborgenheit sowie Natürlichkeit.
Im goldenen Herbst können die wundervollen Brauntöne in der Natur besonders wahrgenommen werden. Ich fühle mich in ihr wohl –
Braun -
diese Farbe wurde und wird immer noch missbraucht.
1975 gehörte der 2. Weltkrieg schon 30 Jahre der Vergangenheit an. Ich war in der 6. Klasse und zarte 11 Jahre alt. Unser pflichtbewusster Geschichtslehrer war der Ansicht, dass wir uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen müssen. So sah ich schon in jungen Jahren Dokumentarfilme über KZs. Sie flößten mir viel Angst ein. Ich nahm viele grausame Bilder auf: Berge von Leichen, Gebissen und Bekleidungen, Menschen, die in Gaskammern geführt und anschließend als Leichen in Massengräber geworfen wurden. Es sah wie Spielen aus: Zwei Männer trugen eine Leiche - nahmen Schwung auf - eins, zwei und drei und im hohen Bogen flog der tote Mensch auf den Leichenberg. Ein Mann mit einer Pistole zielte auf Menschen, die noch atmeten. Am schlimmsten fand ich die Szene, wie eine wunderschöne Lampe im Film gezeigt und gedreht wurde. Ich weiß noch, wie mir ab da schlecht wurde. Die Haube war aus der Haut eines Menschen.
Wochenlang verfolgten mich die Filme. Auch wohl deshalb, weil mein Vater keinen Film der Kriegsjahre ausließ. Kennen Sie die Filme Holocaust und Schindlers Liste?
Vorwurfsvolle Fragen an meinen Vater, wie seine Generation dies hat zulassen können, durchbohrte ihn förmlich. Hilflos gab er mir zur Antwort: „Aber Hitler hat doch auch gute Seiten gehabt! Hat uns Arbeit gegeben.“
Ich verstand meinen Vater nicht und suchte nach Antworten in unserem Dorf.
Wie eine unsichtbare Glocke hing das Schweigen über alle.
Braun waren die Uniformen der Hitlerjugend - Braun das Gedankengut –
Jahrzehnte geprägt – es konnte doch nicht einfach so verschwunden sein.
1975 gehörte der 2. Weltkrieg schon 30 Jahre der Vergangenheit an. Ich war in der 6. Klasse und zarte 11 Jahre alt. Unser pflichtbewusster Geschichtslehrer war der Ansicht, dass wir uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen müssen. So sah ich schon in jungen Jahren Dokumentarfilme über KZs. Sie flößten mir viel Angst ein. Ich nahm viele grausame Bilder auf: Berge von Leichen, Gebissen und Bekleidungen, Menschen, die in Gaskammern geführt und anschließend als Leichen in Massengräber geworfen wurden. Es sah wie Spielen aus: Zwei Männer trugen eine Leiche - nahmen Schwung auf - eins, zwei und drei und im hohen Bogen flog der tote Mensch auf den Leichenberg. Ein Mann mit einer Pistole zielte auf Menschen, die noch atmeten. Am schlimmsten fand ich die Szene, wie eine wunderschöne Lampe im Film gezeigt und gedreht wurde. Ich weiß noch, wie mir ab da schlecht wurde. Die Haube war aus der Haut eines Menschen.
Wochenlang verfolgten mich die Filme. Auch wohl deshalb, weil mein Vater keinen Film der Kriegsjahre ausließ. Kennen Sie die Filme Holocaust und Schindlers Liste?
Vorwurfsvolle Fragen an meinen Vater, wie seine Generation dies hat zulassen können, durchbohrte ihn förmlich. Hilflos gab er mir zur Antwort: „Aber Hitler hat doch auch gute Seiten gehabt! Hat uns Arbeit gegeben.“
Ich verstand meinen Vater nicht und suchte nach Antworten in unserem Dorf.
Wie eine unsichtbare Glocke hing das Schweigen über alle.
Braun waren die Uniformen der Hitlerjugend - Braun das Gedankengut –
Jahrzehnte geprägt – es konnte doch nicht einfach so verschwunden sein.
Braun -
Unter dieser Farbe litten und starben gewaltsam Millionen von Menschen.
Unter dieser Farbe litten und starben tausende von Menschen nach dem Krieg.
Unter dieser Farbe arbeiteten und arbeiten im Untergrund Menschen weiter an einer Ideologie der Unmenschlichkeit.
Die Generation meiner Eltern und auch meiner Großeltern war die geblendete und verblendete Generation, die eine Scham entwickelte, die keinem guttat. Mühselig erarbeitete ich mir die Geschichte meiner Eltern und Großeltern und kam zu der Überzeugung: Wenn der letzte dieser Generation(en) stirbt und nicht mehr erzählen kann, fängt alles wieder von vorne an.
Die Zeichen sind erkennbar, präsentieren sich von neuem in anderen Formen, Fratzen und Gesichtern. Täglich spürbar.
Ich möchte allen zurufen:
Oh Mensch werde wach, bevor es zu spät ist, oder wie der spanische Philosoph George Santayana aus dem Jahr 1905 schrieb:
„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ –
Dieses Zitat hat an seiner Aktualität nichts verloren.
Irmgard Heidemann, Pastoralreferentin
Unter dieser Farbe litten und starben tausende von Menschen nach dem Krieg.
Unter dieser Farbe arbeiteten und arbeiten im Untergrund Menschen weiter an einer Ideologie der Unmenschlichkeit.
Die Generation meiner Eltern und auch meiner Großeltern war die geblendete und verblendete Generation, die eine Scham entwickelte, die keinem guttat. Mühselig erarbeitete ich mir die Geschichte meiner Eltern und Großeltern und kam zu der Überzeugung: Wenn der letzte dieser Generation(en) stirbt und nicht mehr erzählen kann, fängt alles wieder von vorne an.
Die Zeichen sind erkennbar, präsentieren sich von neuem in anderen Formen, Fratzen und Gesichtern. Täglich spürbar.
Ich möchte allen zurufen:
Oh Mensch werde wach, bevor es zu spät ist, oder wie der spanische Philosoph George Santayana aus dem Jahr 1905 schrieb:
„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ –
Dieses Zitat hat an seiner Aktualität nichts verloren.
Irmgard Heidemann, Pastoralreferentin
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