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Pastoraler Raum Mettingen Bistum Münster

Geklöppelte Spitzenkunst in St. Agatha

Vom Ziboriumvelum zum Hungertuch

 
Wer in der St. Agatha Kirche bewusst einen Blick auf den Zelebrationsaltar, den Hochaltar und die Seitenaltäre wirft, bemerkt schnell die besondere, einmalige Handarbeitskunst:
- In der St. Agatha Kirche wird geklöppelt -

Seit Mitte der 1980er Jahre wirkt in und um Mettingen eine sehr aktive Klöppelgruppe.
Immer wieder fertigen die fleißigen Frauen Altarspitzen und symbolträchtige Arbeiten mit der alten Handarbeitstechnik für die Kirche an.

Adelheid Dirksmeyer, die selbst 1984 mit dem Klöppeln begann und ab 1987 die Leitung der Klöppelgruppe übernahm,
und Elisabeth Engelbert, die 1992 ins Klöppelhandwerk einstieg,
geben seit Mitte der 1990er Jahre der Pfarrkirche mit ihrem einmaligen Können eine ganz besondere Note.
 

Elisabeth Engelbert (li) und Adelheid Dirksmeyer (re)

ZIBORIUMVELUM  Nr. 1
 
Das erste größere Werk entstand 1996. Das Ziboriumvelum zeigt die Symbole Pax, Kreuz und Kelch – Zeichen des Friedens und der Eucharistie.
Mit dieser Arbeit begann die Reihe der geklöppelten Kunstwerke für die Pfarrkirche.
 
ZIBORIUMVELUM  Nr. 2
 
Das zweite Ziboriumvelum greift weitere christliche Symbole auf: Fische, Trauben, Brot und Feuer sowie die Zeichen Alpha und Omega. Sie verweisen auf Christus als Anfang und Ende und auf die Gemeinschaft der Gläubigen.
NICHT VOM BROT ALLEIN
 
Diese erste geklöppelte Altarspitze von 1998, entworfen von Adelheid Dirksmeyer und in kunstvoller Handarbeit gefertigt von Elisabeth Engelbert, war ursprünglich für den Zelebrationsaltar bestimmt. Nach der Renovierung der Kirche im Jahr 2008 passte sie dort nicht mehr. Seit 2020 schmückt sie – angepasst an die neuen Maße – den Marienaltar in der linken Seitenkapelle.
 
GLORIA IN EXCELSIS DEO
 
Die im Jahr 2000 entstandene Altarspitze trägt die Inschrift „Gloria in excelsis Deo“ – „Ehre sei Gott in der Höhe“. Auch sie fand nach der Renovierung der Kirche ihren neuen Platz auf dem Marienaltar in der linken Seitenkapelle.
 
VENI SANCTE SPIRITUS​

Von Juni 2013 bis Februar 2014 wurde eine weitere Klöppelspitze speziell für den Marienaltar in der linken Seitenkapelle gefertigt. Die Arbeit ist 2,30 Meter lang und 15 Zentimeter breit und trägt die Inschrift „Veni Sancte Spiritus“ – „Komm, Heiliger Geist“.
 
HEILIGE AGATHA BITTE FÜR UNS

Eine besondere Einzelarbeit entstand im Jahr 2015 zu Ehren der Heiligen Agatha, der Pfarrpatronin der Kirche und der Pfarrgemeinde. Die kunstvolle Spitze wurde für den Agatha-Altar in der rechten Seitenkapelle geschaffen und erinnert an die enge Verbindung der Gemeinde zu ihrer Patronin.
 
KORBTÜCHER MIT KLÖPPELSPITZE
 
Jedes Jahr um den 5. Februar feiert die Pfarrgemeinde das Patronatsfest zu Ehren der Heiligen Agatha. Nach dem Gottesdienst werden gesegnete Kerzen und Brötchen verteilt. Die Brotkörbe sind dabei mit roten Tüchern ausgelegt, die mit geklöppelten Symbolen verziert wurden und so auch im Alltag der Gemeinde die traditionelle Spitzenkunst sichtbar machen.
 
EINE ALTARUMRANDUNG
 
Passend zum Hungertuch fertigte Adelheid Dirksmeyer eine geklöppelte Umrandung für den Altartisch an. Sie ergänzt das große Fastentuch und bildet mit ihm eine harmonische gestalterische Einheit im Kirchenraum.
 
WEISSE ALTARSPITZEN
 
Nach der Renovierung der Kirche wurden mehrere bestehende Spitzen umgearbeitet und an die Maße der Altäre in den beiden Seitenkapellen angepasst - so auch die weiße Altarspitze aus den Jahren 1998/1999.
 
SPITZEN FÜR DEN HOCHALTAR
 
Auch für den Hochaltar entstanden in den letzten Jahren neue Arbeiten, die sich an den liturgischen Farben des Kirchenjahres orientieren: 2016/2017: eine Ausführung in Violett - 2017/2018: eine weiße Klöppelspitze - September 2018 bis April 2020: eine grüne Variante. Diese Arbeiten verbinden traditionelle Handwerkskunst mit der Symbolik der verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres.
 

EIN HUNGERTUCH
FÜR DIE ST.-AGATHA-KIRCHE

 
Ein besonders eindrucksvolles Werk entstand zwischen 2014 und 2016: das Hungertuch der Pfarrkirche St. Agatha. Es ist ein einzigartiges Kunstwerk aus Leinen und Klöppelspitze und zeigt fünf zentrale Szenen: zwei Darstellungen der Passion, die Kreuzigung als Mittelbild sowie zwei Motive der Auferstehung.
 

Informationen über die Entstehung des Mettinger Hungertuches sowie Erklärungen zu den einzelnen Szenen lesen Sie auf folgender Seite:
 
lesen Sie hier
Die Kunst des Klöppelns

Heute gibt es nur noch wenige Menschen, die diese Technik beherrschen. Dass dieses Wissen überlebt hat, ist Menschen zu verdanken, die bewusst Wert darauf gelegt haben, diese Tradition zu pflegen und weiterzugeben.

Bis heute entstehen beim Klöppeln kunstvolle Arbeiten wie Bilder, Christbaumschmuck, Einsätze für Tischdecken, Bordüren, Schals, Altardecken u.v.m.

KONTAKTE:

In Klöppelkursen vermittelt Kursleiterin Adelheid Dirksmeyer die Kunst des Klöppelns und trägt dazu bei, dass die Tradition auch in Zukunft erhalten bleibt.

Weitere Informationen:
 
Adelheid Dirksmeyer, Mettingen
Telefon: 05452 2863