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Jungfrau, Märtyrerin, Fürsprecherin – Die heilige Agatha von Catania

Pfarrpatronin St. Agatha

Kirchenfenster mit der Hl. Agatha
Kirchenfenster
in der St.-Agatha-Kirche

Patronatsfest zu Ehren der Heiligen Agatha


Traditionell feiert unsere Pfarrgemeinde am 5. Februar ihr Patrozinium. Gemäß dem liturgischen Kalender ist es der Gedenktag der Heiligen Agatha. Wohl schon seit der Weihe der ersten St.-Agatha-Kirche (die heutige Evangelische Kirche) in Mettingen, oder spätestens nach dem Brand im 12. Jahrhundert, trägt die katholische Kirche in Mettingen den Namen St. Agatha.

In unserer Pfarrei wird das Hochfest mit einem feierlich gestalteten Hochamt am Sonntag nach dem Gedenktag gefeiert. Dazu stellt der Küster den kostbaren Agatha-Reliquienschrein in ein festliches Arrangement aus Blumen und Kerzen auf die Altarinsel. Der Kirchenchor St. Agatha singt in der Regel die im 2. Weltkrieg von Karl Kirch komponierte Agatha-Messe. Besonders an diesem Tag wird das bekannteste Agatha-Lied hier in Mettingen als Gemeindegesang kräftig angestimmt. Die Attribute der Heiligen Agatha sind unter anderem Brot und Feuer. Aus diesem Grund werden im Anschluss an das Hochamt gesegnete Agatha-Kerzen und Agatha-Brote an die Kirchenbesucher verteilt. Das Patronatsfest ist nicht zu verwechseln mit dem Gedenktag unserer Kirchweihe (17.09.1895), welches wir in unserer Pfarrei am 17. September ebenfalls als Hochfest feiern.

An vielen Orten in unserer Kirche, in der Pfarrei, in der Kirchenmusik sowie in Texten und Gebeten begegnet uns die Heilige Agatha als Pfarrpatronin.
 
Außenansicht der St.-Agatha-Kirche
Pfarrkirche St. Agatha
eine Hand reicht einer anderen Hand ein Brötchen
Agatha-Brot wird verteilt
Festhochamt mit 4 Zelebranten am Altar, Kirchenchor, Kinderchor und Messdiener
Der Kirchenchor St. Agatha singt im Festhochamt
Agatha-Brot und Agatha-Kerzen werden gesegnet von Pastor Holtmann und Diakon Mäurer
Brot- und Kerzenweihe
Korb mit Agatha-Brötchen
Agatha-Brot
Agatha-Kerzen werden verteilt
Agatha-Kerzen werden verteilt

Wer war die Heilige Agatha, wo hat sie gelebt?

Wir möchten die Heilige Agatha an dieser Stelle genauer vorstellen:

Die Statue der Heiligen Agatha an einer Säule in der Pfarrkirche.
Hl. Agatha
Namenstag: 5. Februar

Das Leben der Heiligen Agatha


Eigentlich ist das Ende der Lebensgeschichte der Heiligen Agatha an Grausamkeit kaum zu überbieten. Agatha wurde vermutlich nach 220 in Catania in Sizilien geboren. Am 5. Februar um 250 starb sie am selben Ort:

Sie ist eine junge schöne Frau. Ein in seiner männlichen Eitelkeit gekränkter Brautwerber sorgt dafür, dass sie verfolgt, gefoltert und letztlich ihren Tod findet. Die Heiligenlegende der Agatha ist hart. Ihr Name bedeutet "Die Gute" und hat einen griechischen Ursprung. Damals, von 249 bis 251, herrschte Kaiser Decius im heidnisch geprägten Sizilien. Unter seiner Herrschaft fanden im Römischen Reich die ersten systematischen Christenverfolgungen statt.

Über die Heilige wird berichtet, dass sie aus einer vornehmen Familie (adelig) stammt, zudem reich und von außergewöhnlicher Schönheit. Schon in jungen Jahren hatte sich Agatha zum Christentum bekannt und Keuschheit gelobt. Der Stadtpräfekt Quintianus warb um die junge Frau und wollte Agatha gerne zur Frau nehmen. Doch die Jungfrau wies Quintianus unter Berufung auf ihren Glauben zurück, sie sei eine Braut Christi.

Die Ablehnung sollte für die junge Frau verheerende Folgen haben: Der enttäuschte Mann ließ Agatha laut Legenden verhaften und in ein öffentliches Haus, ein Freudenhaus bringen, wo sie für die Ehe mit dem Politiker gefügig gemacht werden sollte, wie es im ökumenischen Heiligenlexikon heißt. Agatha aber behielt nicht nur ihren starken Willen, sondern auch ihre Jungfräulichkeit. Da wurde der Statthalter zornig und befahl, Agatha grausam foltern zu lassen. Er ließ Agatha auf sadistische Weise foltern, ihre Brüste mit Feuer versengen und abtrennen. In der folgenden Nacht soll ihr der heilige Petrus erschienen sein, er pflegte der Märtyrerin mit Balsam die schmerzenden Wunden.

Das Martyrium der Jungfrau wurde am nächsten Morgen fortgesetzt. Die Märtyrerin wurde erst auf glühende Kohlen und später auf Scherben gelegt. Als ein Erdbeben Catania erschütterte, drängte das Volk den Statthalter Quintianus, von Agatha abzulassen. Die Erde hörte erst auf zu beben, als die Folterknechte von Agatha abließen. Agatha verstarb im Gefängnis an den Folgen ihres Martyriums. Ihr Peiniger fand seinen Tod kurze Zeit später, nachdem ihm ein Pferd getreten hatte.
Agatha-Statue an der Säule mit festlichem Blumenschmuck
Agatha-Statue geschmückt zum Patronatsfest
Die Heilige Agatha steht für viele Menschen – auch heute noch

Sich zu Christus zu bekennen birgt oftmals Gefahren – früher und heute auch. Die Märtyrerin Agatha ist ein Beispiel dafür und steht für Viele, die ihr Leben geben mussten, weil sie Jesus Christus folgten und sich zu ihm bekannten. Seit alters her bis zum heutigen Tag ist die Christenverfolgung ein Thema. In vielen Ländern unserer Erde werden heute noch Christen verfolgt. Das schwere Schicksal unserer Pfarrpatronin Agatha ist bis heute aktuell.

Im Tagesgebet ihres Gedenktages, am 5. Februar heißt es: „Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.“ Gerade den verfolgten Christen möge diese Fürsprache heute dienen und vielleicht auch uns in dieser ungewissen Zeit der Corona-Pandemie.

Wie Agatha verehrt wird


Einige Zeit nach der Beisetzung der Heiligen legte ein von hellem Licht strahlender Jüngling (wohl ein Engel) eine Marmortafel in den Sarkophag mit der Aufschrift: „Ein heiliger und freiwilliger Geist, belohnt von Gott, Rettung für das Land“.

Am ersten Jahrestag des Todes von Agatha – am 5. Februar, der als Gedenktag gefeiert wird – bedrohte ein Lavastrom des Ätna die Stadt Catania. Überliefert ist, dass entweder eine Marmortafel auf Agathas Grab oder ein weißer Seidenschleier der Getöteten den tödlichen Strom umlenkte und die Bewohner schützte.

Da Agatha als bräutlicher Mensch gelebt hatte, verwahrte man ihren Schleier. Als der Ätna ausbrach und glühende Lava die Stadt zu verbrennen drohte, da zogen die Menschen dem Lavastrom betend und singend mit dem Schleier entgegen. Wo sich Lava und Schleier begegneten siegte das scheinbar Schwächere, die Lava erstarrte und der Schleier verbrannte nicht. So wurde Agatha zur Schutzpatronin aller, die offenes Feuer zu hüten hatten und Schutz vor Feuersnot suchten.

Seitdem sollen Schleier bei Prozessionen durch die Stadt getragen worden sein. Wenn dieser dabei vom Wind verweht wurde, kündigte er indirekt einen Ausbruch des Ätna an. Die Stadt Catania feiert ihre Schutzheilige bis heute in einem dreitägigen Straßenfest.

Bis heute wird die Heilige Agatha als glaubensfeste Märtyrerin verehrt. Agatha liegt im Dom von Catania (Sizilien) begraben. Die Märtyrerin gilt als Symbol für standhaften Glauben angesichts der Gewalt, die ihr ein enttäuschter, zurückgewiesener Mann antat. Aus der Legende kann man erlesen, dass Agatha eine starke, selbstbewusste Frau war, die mit allem, was sie hatte, für ihre sexuelle Selbstbestimmung eintrat. Dieses tat sie mutig und unerschütterlich.
Portrait der Hl. Agatha von Catania
Hl. Agatha von Catania

Patrozinium St.-Agatha-Kirche Mettingen


Ob zum Zeitpunkt der ersten Kirche schon das Patrozinium „St. Agatha“ bestand oder ob die Kirche den Namen erst im Zuge eines Brandunglücks bekam ist nicht sicher. Viele andere Kirchen wählten in der Zeit den Namen St. Agatha nach einem Brandunglück. Aber es ist auch möglich, dass das Patrozinium mit der Errichtung der Pfarrei in Mettingen zeitlich zusammenfällt, da schon eine große Anzahl von Kirchen in Deutschland im 11. und 12. Jahrhundert den Namen trugen.

Die älteste Nachricht, die sich darüber finden ließ, sind die „Oudheden en Gestichten von het Bistdom Deventer (1559-1590), Leyden 1725“. In dem Abschnitt „Van het Dekerschap von Lingen“ heißt es: "De Heer van Linge, onder wiens gebied dit Dorp (Mettingen) tegenwordig staat, eigent ook recht von patroonschap over de Parochikerk dei ob den naam von dei H. Agatha ingewijdt is.“

Des Weiteren ist in einem Taufbuch aus dem Jahr 1655 von Pastor Heinrich Vogetius eingetragen: „Ora pro nobis, St. Agatha“ „Bitte für uns Heilige Agatha“.

Im Buch 100 Jahre St.-Agatha-Kirche schreibt Pastor Sandhofe, dass im Jahre 1725 Agatha zum ersten Mal in einer Urkunde als Patronin der Mettinger Kirche erwähnt wurde.

Die Zeit vom 30-jährigen Krieg 1630 bis zum Jahr 1777 waren nicht einfach für die Menschen in Mettingen, die sich zum katholischen Glauben bekannten. Immer wieder wechselte die Konfession. Am 24. Juni 1674 wurde die Mettinger Kirche in den Besitz der Reformierten gegeben. Gottesdienste wurden unter freiem Himmel oder in Bauernhäusern auf dem ‚Bischof‘ (Heute Familie Thomann an der Bischofstraße) gefeiert.
Kleine St.-Agatha-Kirche 1777 auf dem Marktplatz
Erst im Jahr 1777 wurde die neue Pfarrkirche zu Ehren der Heiligen Agatha geweiht. Die kleine katholische Kirche (1777-1895) stand auf dem heutigen Marktplatz. Der Hochaltar stand dort, wo heute das Michaelsdenkmal platziert ist.
Am 17. September 1895 wurde unsere jetzige Pfarrkirche dem Patrozinium der Heiligen Agatha gewidmet.

Traditionelle Feierlichkeiten in Catania


Festliche Zeremonie für St. Agatha von Catania
Auf Sizilien findet bis heute jedes Jahr ein dreitägiges Straßenfest „Santuzza“ und traditionelle Umzüge zu Ehren von Sankt Agatha – der Schutzheiligen der sizilianischen Stadt Catania – statt. Zahlreiche Touristen werden so jedes Jahr zu dem Spektakel in die Stadt, die am Fuße des noch aktiven Vulkans Ätna liegt, gelockt.

„Festa di Sant'Agata, Candalora“ Das Festival von St. Agatha ist das wichtigste religiöse Fest von Catania auf Sizilien. Es wird gefeiert zum Gedenken an das Leben der Stadtschutzheiligen „Agatha von Sizilien“. Die Feierlichkeiten sind in jedem Jahr vom 3. bis 5. Februar sowie am 17. August. Die Tage im Februar erinnern an das Martyrium der Heiligen Agatha. Das Fest im August ist das Datum, an dem die sterblichen Überreste Agathas zurück nach Catania gebracht wurden. Der byzantinische General George Maniaces hatte diese als Kriegsbeute nach Konstantinopel überführt. Dort blieben sie 86 Jahre lang.

Das Fest im Februar mit der überwältigenden Prozession mit heiligen Reliquien feiern die Bewohner von Catania, weil durch die angebliche Fürsprache der Heiligen Agatha sie vor Gefahren bei Ausbrüchen des Ätna, vor Erdbeben und einigen Epidemien bewahrt wurden.

Das dreitägige Festival beginnt traditionell am 3. Februar um 12.00 Uhr mit einer Prozession namens „della luminaria“. Dabei werden elf große Kerzen in sechs Meter hohen barocken Goldgehäusen (Cannalori), die von der Kirche St. Agata alla Fornace bis zur Kathedrale St. Agatha reichen durch die Stadt getragen. Jede Candelora repräsentiert eine der mittelalterlichen Gilden und ist dekoriert mit barocken Schnitzereien, rote Blumen und Fahnen. Dazu gibt es ein Langlaufrennen durch die Straßen der Stadt und am Abend Konzerte und ein atemberaubendes Feuerwerk.

Am nächsten Tag, nach der "Messa dell'Aurora" (Messe im Morgengrauen), verlässt die bekannte Reliquienbüste der Heiligen Agatha auf einer silbernen Fercola oder Kutsche die Kathedrale und wird durch die Stadtteile gezogen. Dabei fährt sie vorbei an bedeutenden Orten, an dem die Heilige lebte. Am zweiten Tag sind alle Blumen weiß. Feierlichkeiten dauern die ganze Nacht an.

Im Anschluss an die heilige Messe am 5. Februar gibt es wieder eine Prozession. Ein schwerer silberner Wagen wird einen steilen Hang hinaufgezogen. Bei erfolgreicher Durchführung gilt dies Ereignis als ein gutes Zeichen für den Rest des Jahres.

Als Dank für die erfolgreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten in der Pfarrkirche St. Agatha pilgerte eine 30-köpfige Gruppe vom 2. bis 8. Februar 2009 zu den Agatha-Feierlichkeiten nach Sizilien und wurde Augenzeuge des dreitägigen Spektakels.
Darstellungen der Heiligen Agatha

Die Heilige wird oftmals mit einem Palmzweig, Fackel, Kerze oder einer Schüssel, auf der ihre Brüste liegen, dargestellt. 
In unserer Kirche hält die Agatha-Statue hinten in der Kirche ihre Brust durch ein Tuch bedeckt. Daneben gibt es Darstellungen mit einem Palmwedel in der Hand oder brennenden Häusern. Dies ist in unserer Kirche im Fenster zu Ehren der Heiligen Agatha zu sehen (schräg über der südlichen Seitenkapelle)
Schutzpatronin

Die Fürsprecherin Agatha ist Schutzpatronin der Malteser und der Stadt Catania. Sie gilt als Schutzheilige und Helferin bei Brusterkrankungen, Viehseuchen, Hungersnot und hilft gegen Erdbeben, Unwetter und Vulkanausbrüche. Agatha wird als Schutzpatronin gegen Feuer verehrt. Ihre Hilfe wurde lange Zeit für Menschen und Tiere gegen Hitze und Fieber angerufen. Zudem wird sie als Heilige der Feuerwehr, Hausfrauen, Bäcker, Bergarbeiter, Hochofenarbeiter, Goldschmiede, Weber, Glockengießer, Glaser sowie der Ammen, Hebammen und Hirtinnen verehrt.
Gedenktag

Der Kult um die Heilige Agatha begann im 5. Jahrhundert. Die Agatha-Verehrung breitete sich rasch von Sizilien über Italien aus. Das Heiligengedächtnis feiert die Kirche am 5. Februar. „Agatha, Jungfrau, Märtyrin in Catania“ steht als gebotener Gedenktag im Generalkalender. Agatha zählt zu den Heiligen, die im Kanon des Hochgebets aufgenommen sind.
Reliquien

Der Schleier der heiligen Agatha wird wie einige andere Reliquien, im Dom von Catania aufbewahrt. Die größte Knochenreliquie, ein Stück des Schädelknochens, wird im Kloster Kamp in Kamp-Lintfort ausgestellt. In der St.-Agatha-Pfarrkirche gibt es in der Agatha-Kapelle (rechte Seitenkapelle) eine kleine Fensternische mit dem Agatha-Schrein, in dem sich die Agatha-Reliquie befindet.
Wetterregel

"Sankt Agatha, die Gottesbraut,
macht, dass Schnee und Eis gern taut."
Bauernregel

An St. Agathe Sonnenschein,
bringt recht viel Korn und guten Wein.
Kinder betrachten das Bild der Hl. Agatha
Bildnis im Kindergarten St. Agatha
Festlicher Einzug in die Kirche mit Fahnenabordnungen
Festlicher Einzug am Patronatsfest
Brennende Kerzen und Blumen in den Farben rot und weiß
Blumen in den Farben rot und weiß
Geschmückter Agatha-Reliquienschrein
Agatha-Reliquienschrein
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