Bildbeschreibung
Maria Magdalena steht weinend vor dem Grab. Sie sucht den toten Herrn und erkennt zunächst nicht, dass der Auferstandene selbst vor ihr steht. Erst als Jesus sie beim Namen ruft – „Maria!“ – öffnen sich ihre Augen. Aus Trauer wird Erkenntnis, aus Verlust wird Sendung. Der Auferstandene begegnet ihr persönlich und verwandelt ihr Herz.
Bibeltext
Maria Magdalena begegnet dem Auferstandenen
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. (Joh, 20,14-16 EU 2016)
Bildauslegung / Betrachtung
Diese Szene ist zutiefst persönlich.
Die Auferstehung ist nicht nur ein machtvolles Zeichen Gottes – sie ist Begegnung. Christus ruft beim Namen. Maria sucht einen Toten – und findet den Lebendigen. Ihre Tränen stehen für die Dunkelheiten unseres Lebens: Verlust, Schuld, Enttäuschung, Sehnsucht. Doch der Auferstandene tritt in diese Wirklichkeit hinein.
Er fragt: „Wen suchst du?“
Und dann spricht er ihren Namen.
In diesem einen Wort liegt Beziehung, Erwählung und Liebe. Gott kennt uns nicht nur allgemein – er kennt uns persönlich. Er ruft uns beim Namen.
Maria wird zur ersten Zeugin der Auferstehung. Aus der Suchenden wird eine Gesandte. Aus der Trauernden wird eine Verkünderin: „Ich habe den Herrn gesehen.“
Hier zeigt sich das österliche Geheimnis: Wer Christus begegnet, kann nicht beim Alten bleiben. Begegnung wird Sendung.
Geistlicher Impuls
Maria Magdalena begegnet dem auferstandenen Christus und erkennt ihn erst, als er sie beim Namen ruft. Dies zeigt: Die Begegnung mit Jesus ist immer persönlich, sie berührt unser Herz und unsere Sinne.
Wie Maria werden auch wir gerufen, den lebendigen Christus in unserem Leben zu erkennen – in der Liturgie, im Gebet, in den Sakramenten und im Nächsten. Die Auferstehung Christi macht jede Begegnung mit ihm zu einer Quelle der Hoffnung und des Lebens.
Maria wird zur Apostolin der Auferstehung, weil sie hinausgeht und den anderen verkündet, dass Jesus lebt. Auch wir sind gesandt, Zeugnis von Christus zu geben, der den Tod überwunden hat, unsere Sünden trägt und uns mit dem Vater versöhnt.
Die Begegnung mit dem Auferstandenen verwandelt Trauer in Freude, Angst in Vertrauen und Ohnmacht in Sendung. Sie lädt uns ein, den Glauben zu leben, sakramental zu empfangen und in der Gemeinschaft der Kirche Zeugnis zu geben.




