Bildbeschreibung
Jesus geht ein Stück weiter in den Garten Getsemani, wirft sich nieder und betet. Seine Angst vor dem kommenden Leiden ist sichtbar, doch er unterwirft sich dem Willen des Vaters: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Petrus, Jakobus und Johannes schlafen, während Jesus im Gebet wach bleibt.
Bibeltext
Und er ging ein Stück weiter, warf sich auf die Erde nieder und betete, dass die Stunde, wenn möglich, an ihm vorübergehe. Er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst.
(Markus 14,35–36 EU 2016)
Bildauslegung / Betrachtung
Das Gebet Jesu am Ölberg zeigt uns die tiefe Menschlichkeit und zugleich die göttliche Hingabe Christi. Er spürt Furcht, Einsamkeit und den Schmerz vor dem Leiden – er weiß um Verrat, Verlassenheit und Tod. Und doch richtet er sein Herz vollkommen auf den Vater, unterwirft seinen eigenen Willen und schenkt uns ein Bild wahrer Nachfolge.
Die schlafenden Jünger neben ihm verdeutlichen, wie schwer es ist, im Gebet wach zu bleiben und sich ganz auf Gott auszurichten. Jesus zeigt uns, dass es in Zeiten der Angst und Schwäche nicht um Perfektion geht, sondern um die Bereitschaft, Gott zu vertrauen. Sein Gebet ist keine Flucht, kein Aufbegehren gegen das Leid, sondern ein vollkommenes Ja zu Gottes Plan – ein Modell für unseren eigenen Glauben in Prüfung und Versuchung.
Hier offenbart sich Gottes Herz:
- Nicht Macht, sondern Hingabe.
- Nicht Kontrolle, sondern Vertrauen.
- Nicht Einsamkeit ohne Hoffnung, sondern Öffnung zum Vater.
Das Geschehen im Garten Getsemani ist der Vorgriff auf das Kreuz: Bereits hier trägt Jesus das Gewicht der Sünden der Welt, zeigt uns, dass Leiden und Gebet untrennbar verbunden sind, und lädt uns ein, unseren eigenen Schmerz vor Gott zu bringen.
Geistlicher Impuls
Das Ölberg-Gebet lädt uns ein, unsere eigenen Ängste, Zweifel und Lasten im Gebet vor Gott zu bringen. Wo spüre ich Furcht, Sorge oder Überforderung? Wie oft versuchen wir, selbst zu handeln oder uns zurückzuziehen, anstatt die Last in Gottes Hände zu legen?
Christus zeigt: Im Gebet werden wir nicht schwach, sondern empfänglich. Nicht durch Vermeidung, sondern durch Hingabe finden wir Kraft. Diese Fastenzeit kann eine Zeit werden, in der wir üben, unser Herz zu öffnen, wach zu bleiben im Vertrauen und Gott alle Angst zu überlassen. So wie Jesus uns lehrt, können wir in Schwäche Stärke finden – nicht durch eigene Macht, sondern durch das Vertrauen in Gottes Treue.




