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Josef Jans-Wenstrup
Audio-Impuls zum 3. Sonntag der Osterzeit

gesprochen von Josef Jans-Wenstrup
Orgel: Artur M. Jurczyk


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3. Sonntag der Osterzeit
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Sonntag, 26.04.2020
3. Sonntag der Osterzeit

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 21,1-14)

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

 

Für den Tag und die Woche

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, liebe Schwestern und Brüder, aber ich kann das mit der Corona-Krise bald nicht mehr hören. Überall hören und sehen wir davon, ob wir die Zeitung aufschlagen, das Radio oder den Fernseher anschalten oder das Internet nutzen – immer begegnet uns das Thema als erstes.

Das ist ja auch ganz richtig und gut, weil es uns alle angeht, uns bewegt, aber irgendwann nervt es eben auch. Das soll ja auch nicht heißen, dass mir die Menschen, die darunter leiden egal sind oder dass mich die ganze Krise nicht interessiert, aber ich wünsche mir eben auch mein normales „ruhiges“ Leben zurück.

Vielleicht ging es den Jüngern damals genauso in der Situation, von der wir gerade gehört haben.

Bevor sie Jesus getroffen haben, führten sie ein einfaches aber geregeltes Leben. Es war immer klar, was als nächstes zu tun war. Dann haben sie sich von Jesus berühren lassen. Sie haben ihr altes Leben hinter sich gelassen und sind ihm gefolgt. Er hat sie im wahrsten Sinne des Wortes begeistert! Das Ganze war vielleicht auch ein großes Abenteuer, das nie wieder aufhören sollte.
Doch es hörte auf! Jesus wurde gefangen genommen, verurteilt und brutal getötet. Jede Hoffnung ist den Jüngern genommen worden. Zurückgelassen in ihrer Angst. Doch auch das war nicht das Ende. Jesus ist nicht im Tod geblieben. Er ist auferstanden und einigen von ihnen erschienen.

Kann das überhaupt sein? Haben sie sich das in ihrer Trauer nur eingebildet? Sehen sie jetzt schon Gespenster?
Jetzt sind sie völlig zerrissen und durcheinander – wer kann es ihnen verübeln?
Deshalb finde ich ihr Verhalten auch ganz verständlich. Bei all dem Durcheinander suchen sie Sicherheit in dem, was sie kennen. Sie kehren zu den alten Mustern und Aufgaben zurück.
Doch es funktioniert nicht! Sie fischen die ganze Nacht und fangen doch nichts.
Ich denke, auch vielen von uns geht es so ähnlich. In all dem Durcheinander suchen wir Halt in dem, was wir „das normale Leben“ nennen. Wir wollen gerne arbeiten gehen, so wie noch vor wenigen Wochen getan haben. Doch es funktioniert nicht. Die einen wissen vor lauter Arbeit nicht wo ihnen der Kopf steht, andere können oder dürfen überhaupt nicht arbeiten und auch Zuhause verläuft das Zusammensein anders als gewohnt. Von „normalem Leben“ kann da nicht die Rede sein. Und wir alle bekommen so langsam das Gefühl, dass es auch nie wieder so, wie vor der Krise sein wird.

Liebe Schwestern und Brüder, ich glaube, mit diesem Gefühl liegen wir ganz richtig. Das muss uns aber keine Angst machen. Wenn die Krise heute in unserer Zeit vergleichbar ist mit der der Jünger, so kann es auch die Lösung sein.

Die Jünger haben auf Jesu Wort gehört. Sie sind, anders als sie es aus ihrem alten Leben kannten, am Morgen rausgefahren und haben das Netz auf der anderen, der rechten Seite, ausgeworfen. Und sie hatten Erfolg – gewaltigen Erfolg!

Jetzt könnten Sie sagen: „Das sind aber doch nur Details und keine echten Veränderungen.“

Doch ich denke, diese Veränderungen sind als Zeichen zu verstehen: Lasst uns, auf Jesu Wort hin, das Rechte tun! Das kann, wie eben im Evangelium, dieselbe Arbeit in veränderter Weise sein. Das kann aber auch etwas ganz anderes und Neues sein, so wie es bei vielen Jüngern danach war.

Fassen wir Mut, liebe Schwestern und Brüder, Mut das Rechte zu tun – auf Grund der momentanen Krise anders als gewohnt. Nutzen wir die Zeit, neue Wege zu gehen und erfinderisch zu sein – Neues auszuprobieren. Gott wird uns dabei begleiten und führen. Viele Menschen tun das bereits, auch das hören und sehen wir jeden Tag.

Wenn wir unser Leben auf Jesu Botschaft hin ausrichten, gerade in Krisenzeiten, dann wird er es zum Guten führen, daran glaube ich! Amen.

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