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Freitag, 11.09.2020

Bergpredigt am Campingplatz


„Wohin würde Jesus gehen, wenn er heute nach Mettingen kommen würde?“

fragte Pfarreiratsvorsitzender Sebastian Laube seinerzeit bei den Planungen des Glaubensfestivals.

Eine der Antworten gab Campingplatzbetreiberin Sonja Dierkes: „Wir können gerne einen Open-Air-Gottesdienst bei uns auf dem Berg, am Campingplatz machen.“  

Und der Einladung zur `Mettinger Bergpredigt´ am Nordhang des Schafberges folgten am frühen Freitagabend über 100 Gläubige. Über so viel Zuspruch zeigten sich auch die Pastöre Pfarrer Timo Holtmann von St. Agatha und Pastor Kai-Uwe Kopton von der Evangelischen Kirchengemeinde überrascht. Dazu passte sogleich der Text des Eingangsliedes:

„Aus den Dörfern und aus Städten,
von ganz nah und auch von fern, …
folgten sie den Spuren Jesu,
folgten sie dem, der sie rief, …
Und so kamen sie in Scharen,
brachten ihre Kinder mit, …
Eingeladen zum Fest des Glaubens!“


Aus dem Glaubensfestival, das im Mai wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, wurden und werden alternativ einzelne Programmpunkte nacheinander umgesetzt. So konnte nun im Freien, bei herrlichem Spätsommerwetter auch der ökumenische Gottesdienst am frühen Freitagabend unterhalb des Mettinger Campingplatzes an der Schwarzen Straße stattfinden.Bei der Gestaltung des Gottesdienstes orientierte sich der Ökumene-Ausschuss der beiden Kirchengemeinden mit Liedern, Texten und Gedanken an den Seligpreisungen der Bergpredigt Jesu.

So sind nach Jesu Worten selig,
die Armen, die Sanftmütigen, die Trauernden,
jene, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit,
sowie die Barmherzigen, und alle, die ein reines Herz haben,
die Friedsamen und die um der Gerechtigkeit Willen verfolgt werden.

„Ein starkes Stück Bibel!“ so Pastor Kopton in seiner Predigt, was dort zu Beginn der Bergpredigt notiert ist:
„Da werden vom Bergprediger Jesus die Mechanismen der oft gnadenlosen Realität unserer Welt gegen den Strich gebürstet!“
Und schon damals wurde „von Jesus eine Welt skizziert, in der die glücklich gepriesen werden, die sich eigentlich auf der Verliererseite wiederfinden, also eher ‚Looser‘ sind!“
„Durch den Bergprediger Jesus bekommt Gottes ‚Neue Welt‘ plötzlich Name und Gesicht“, so Kopton weiter.

Denn endlich kommt einer, der sagt: „Selig die Armen!“ und nicht:  Wer Geld hat, ist glücklich!
Endlich einer, der sagt: „Liebe deine Feinde!“ und nicht: Nieder mit den Konkurrenten!
Endlich einer, der sagt: „Selig, wenn man euch verfolgt!“ und nicht: Passt euch jeder Lage an!

 
Und wichtiger denn je ist das Versprechen Jesu: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!“
Angesichts dieses Versprechens werden die Kirchen in ökumenischer Gemeinschaft heute nicht müde, eine „Kultur der Barmherzigkeit“ zu fordern. Gerade heute, angesichts der Bilder, die uns von der Insel Lesbos erreichen, braucht es Menschen, die sich berühren lassen von der Not der anderen, die die Ärmel hochkrempeln, wenn sie gefordert sind, wenn es keine großen politischen Lösungen gibt.

Daher sei es, so Pastor Kopton, Dienst der Kirchen, eine solche Kultur der Barmherzigkeit anzumahnen, in der die Schwachen aufgefangen werden können.
„Ob diese Stimme nun willkommen ist, oder nicht, sie muss laut werden, eingebracht, eingemischt werden als Impuls zur menschlichen Gestaltung unserer Gesellschaft!“

Selig sind die Barmherzigen…
„Gott steht zu uns  -  wir werden es erleben!“

Nach der Segensspende für die Gläubigen dankte Pastor Holtmann dem Ökumene-Ausschuss für die Vorbereitungen, dem instrumental begleitenden Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde, der Jungen Kantorei von St. Agatha für die gesangliche Unterstützung und der Familie Dierkes für die Einladung an einen der schönsten Orte Mettingens.

Tatsächlich war es für viele Teilnehmer nach diesem ungewöhnlichen Gottesdienst nicht nur vorstellbar, dass der Mettinger Campingplatz mit seiner schönen Aussicht bis weit nach Niedersachsen hinein heute nicht nur eine der möglichen Anlaufstellen Jesu sein könnte, sondern dass Jesus mitten unter uns war.
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